Merkmale der Teamarbeit

Der Begriff "Team" scheint positiv geladen zu sein und wird daher gerne inflationär als Überbegriff für Mitarbeiter, die in irgendeiner Form zusammenarbeiten, verwendet.

Jedes Team hat Eigenschaften einer Gruppe, aber nicht jede Gruppe ist ein Team. Was macht ein Team zum Team? Eine Begriffsklärung.


Phasenmodell der Teamentwicklung

B.W. Tuckman beschreibt 1965 Teamentwicklung in einem Phasenmodell:

Formierungsphase ("forming") diese ist geprägt durch Höflichkeit, vorsichtigem Abtasten, Streben nach Sicherheit, "Man"-Orientierung und des Kennenlernens. In dieser Phase ist es wichtig, dass der Teamleitert das Team aktiv führt.

Lösungen für Teams und Arbeitsgruppen

Die Kernfrage:

Wie kann ein Team effizient und angemessen arbeiten? Exzellente Ergebnisse erzielen und sich dabei wohl fühlen? Oder auch: Wie kann eine Gruppe gemeinsam ein lebendiges Zukunftsbild entwickeln und konkrete Schritte zur Umsetzung planen?

Teambuilding heute

Erich Kolenaty im Gespräch mit dem Magazin TRAINING

Frage: für welche Teamprozesse soll man ein Teamtraining buchen?

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Ich halte schon den Begriff "Teamtraining" an und für sich für krass irreführend. "Training" unterstellt im geläufigen Sinn dieses Magazins immer eine Differenz von Wissen und Nicht-Wissen. Das stimmt zwar insofern, als ich in meinen Workshops mit der Gnade der Ahnungslosigkeit arbeite. Alles Wissen, das es braucht, um weiterzukommen, steckt schon im Team, ich bin nur dabei behilflich, dieses Wissen freizulegen. Training im landläufigen Sinn würde ich das ganz gewiss nicht nennen.


Ich gebe aber zu, dass "Teamentwicklung" und sogar "Teambuilding" nicht viel besser klingt. Am ehestens trifft es wohl "Team-Findung". Team-Findung ist immer dann besonders wertvoll, wenn sich ein Team im Neubeginn oder im Umbruch befindet, wenn es sich festgefahren hat, wenn Diffusion herrscht über das "Was", "Wozu" und "Wie". De-motivation, Energiemangel oder Energievernichtung im Sich-gegenseitig-aufreiben ist meistens nur die Folge davon. Insofern setzt ein "Motivationstraining" sinnloserweise am Symptom an, anstatt die Blockade an der Substanz aufzulösen oder wieder neuen Sinn zu stiften.

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Entscheidungen in Gruppen treffen

Jede Gruppe die Ziele erreichen will, muss Entscheidungen treffen bzw. Beschlüsse fassen. Eine Entscheidung - wie das Wort schon sagt - ist eine Ent-Scheidung. Aus mehreren Möglichkeiten wird eine ausgewählt, die anderen werden verworfen. Entscheidungen ermöglichen zielgerichtete Handlungen, andererseits schränken sie auch potenzielle Freiheitsgrade ein.

Entscheidung in einer Gruppe bilden den Verknüpfungspunkt von persönlichen Sichtweisen und Vorlieben der einzelnen Mitglieder, mit der Sachlogik der Ziele der Gruppe.


Das SK-Prinzip - Systemisches Konsensieren

Erich Visotschnig und Siegfried Schrotta beschäftigten sich jahrelang mit der Suche nach einem Bewertungsverfahren das geeignet ist, um machtorientierten Missbrauch zu verhindern. 2005 erscheint das Buch "Das SK Prinzip - Wie man Konflikte ohne Machtkämpfe löst". In diesem Buch wird die Bewertung noch mit Widerstands- und Pro-Stimmen empfohlen, vor allem um eine einseitige Machtausübung Einzelner oder von Untergruppen zu verhindern.

Durch die weiteren praktischen Erfahrungen nach der Veröffentlichung entstand die Gewissheit, dass man das "Systemische Konsensieren" entscheidend vereinfachen kann: Seither wird das Konfliktpotenzial nur noch mit W-Stimmen (Widerstands-Stimmen) gemessen.

Visotschnig und Schrotta formulieren das SK-Prinzip als Handlungsanweisung in einem einzigen Satz:

Die Gruppe entwickelt möglichst viele Vorschläge und wählt dann jenen aus, der dem Konsens und damit dem Interessenausgleich am nächsten kommt.

Der Ablauf ist verblüffend einfach (für komplexere Fragen wird das vertiefte Konsensieren vorgeschlagen):

1. Möglichst viele Vorschläge werden entwickelt

2. Die Vorschläge werden von allen Beteiligten bewertet. Jedes Gruppenmitglied drückt seine subjektive Ablehnung, Unzufriedenheit, Widerstände gegenüber jedem einzelnen Vorschlag durch Widerstandstimmen (W-Stimmen) aus:

  • 0 W-Stimmen bedeutet: "Ich habe keinen Einwand gegen diesen Vorschlag."
  • 10 W-Stimmen bedeuten: "Dieser Vorschlag ist für mich unannehmbar".
  • Zwischenwerte werden nach freiem Ermessen vergeben.

3. Dann werden für jeden Vorschlag die W-Stimmen zusammengezählt, die er von allen Beteiligten erhalten hat. Das ergibt die Summe des Gruppenwiderstandes.

4. Der Vorschlag mit dem geringsten Gruppenwiderstand kommt dem Konsens am nächsten. Er erzeugt in der Gruppe das geringste Konfliktpotential und gilt als "konsensiert".

5. Es gibt immer einen Vorschlag mit geringstem Gruppenwiderstand, daher gibt es auch immer eine Lösung. Falls mehrere Vorschläge den gleichen geringsten Gruppenwiderstand erhalten, können weitere Kriterien eingesetzt werden, um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen.

6. In einer Variante können den 10er W-Stimmen, ähnlich wie bei der Konsent-Entscheidung oder bei 5-to-Fold, eine blockierende Wirkung eingeräumt werden.

"Systemisches Konsensieren" eignet sich vor allem dann, wenn mehrere Vorschläge gegeneinander abgewogen werden sollen. Die spezielle Leistung besteht darin, die für alle "gangbare" Lösung aufzufinden, anstelle Extreme zu polarisieren. Das führt zu einer deutlich höheren Entscheidungsqualität und Entscheidungszufriedenheit.